Die Genealogie, zu deutsch Familien- oder Ahnenforschung ist eine historische Hilfswissenschaft zur Erforschung der Herkunft und Entwicklung von Familien. Die Erstellung von Familienstammbäumen ist oft das Ergebnis intensiver Recherchen in Archiven, Kirchenbüchern und Standesämtern.
Heute wollen viele Menschen etwas über ihre Abstammung erfahren, um traditionelle Familienbande zu stärken und sich ein Bewusstsein über ihre Familiengeschichte zu erwerben. In Zeiten ohne Grenzen ist so ein Unterfangen viel einfacher geworden, weil viele früher verschlossene Archive ihre Türen für Forscher und Laien geöffnet haben. Auch das Internet bietet Einblicke in Adressbücher, Ortsbücher und Passagierlisten von Schifffahrtgesellschaften, die Auswandererfamilien im 19. Jahrhundert bis nach Amerika brachten.
In Leipzig befindet sich die dem Sächsischen Staatsarchiv nachgeordnete Einrichtung "Deutsche Zentralstelle für Genealogie (DZfG). Sie ist der beste Anlaufpunkt für private und wissenschaftlich arbeitende Familienforscher. Dort findet man Antworten auf historische, demografische, namenkundliche, rechtliche und Herkunftsfragen, denn die DZfG besitzt in ihrem Bestand die Akten des Reichssippenamtes und die "Ahnenstammkartei des deutschen Volkes".
Genealogie zu betreiben, braucht Geduld und Zeit. Oft findet man Material an verschiedenen Orten, weil kaum eine Familie ständig am gleichen Ort gelebt hat. Man muss in mehreren Kirchen-, Stadt- oder Kreisarchiven recherchieren. Je tiefer man in die Familiengeschichte zurückgehen kann, um so mehr Möglichkeiten der Suche ergeben sich daraus. Einen guten Anfang bei der Erforschung hat der, der noch Familienstammbücher besitzt und durch Erzählungen und Berichte aus der eigenen Familie, meistens durch die Großeltern, Wissen und Anhaltspunkte über die Herkunft der Familie hat, praktisch nicht bei Null anfangen muss. Dieses Problem haben Menschen, die anonym adoptiert wurden und sich auf die Suche nach ihrer Familie machen. |