Das Ausbildungsverhältnis beginnt mit der Probezeit - diese darf höchstens vier Monate betragen, mindestens jedoch einen Monat. Sie kann nur dann verlängert werden, wenn die Ausbildung länger als ein Drittel ausfällt, z.B. weil der Azubi krank ist. Es gibt allerdings noch Tarifverträge, die vorschreiben, dass die Probezeit maximal drei Monate betragen darf.
Die Probezeit dient dazu, zu überprüfen, ob man sich für den richtigen Beruf und den richtigen Betrieb entschieden hat. Wenn man schon vor der Ausbildung länger in dem Betrieb tätig war - z.B. in einem Praktikum - ist es ratsam mit dem Ausbildungsleiter über die Dauer der Probezeit zu verhandeln, denn es gab ja bereits Gelegenheit die gegenseitige Eignung zu überprüfen. Merkt man in der Probezeit, dass man sich möglicherweise den falschen Beruf ausgesucht hat, sollte man trotzdem noch einige Zeit abwarten, um zu schauen, ob man nicht einfach eine Eingewöhnungszeit braucht. Auch wenn das Betriebsklima bei dem einzelnen am Anfang etwas rau wirkt, so kann sich dies ändern. Die Menschen gewöhnen sich an den neuen Auszubildenden und es hilft oftmals enorm, Probleme auch von sich aus offen anzusprechen. Wichtig ist dabei, dass der Ausbilder auch seinen Pflichten nachkommt und sich den Fragen des Azubis stellt. Der Ausbilder ist der erste Ansprechpartner im Betrieb und für die Ausbildung verantwortlich. Schlimmstenfalls kann man die Ausbildungsstelle wechseln, nur eines sollte man auf keinen Fall tun: Die Ausbildung ohne eine gute Alternative zu haben einfach abbrechen.
Eine Aussprache kann bewirken, dass sich das raue Verhalten der Kollegen zukünftig ändern. Der Wohlfühlfaktor ist ein ebenfalls wichtiger Faktor - man sollte sich hilfsbereit und freundlich zeigen und neuen Aufgaben gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen sein. Allerdings darf der Ausbilder dem Azubi keine Aufgaben geben die ihn körperlich überfordern oder nicht zu seinem Ausbildungsplan gehören. Dies passiert gerade in kleineren Betrieben jedoch recht häufig. Deshalb gilt auch hier, dass man zuerst das Gespräch suchen sollte, damit sich etwas an der Situation ändert. |