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Wirtschaft und ihre Rechte – Wie weit darf sie gehen?

Date Added: November 24, 2007 06:19:35 PM
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Die Wirtschaft in Deutschland ist auf einem Weg der Erholung. Die Wachstums- prognosen steigen und die Arbeitslosenzahlen sinken. Die Exportindustrie verteidigte ihren Weltmeistertitel mehreren Rekordständen des Euros zum Trotz, aber auch die Binnenkonjunktur kommt immer mehr in Schwung. Dafür gibt es natürlich verschiedene Gründe. Jeder erinnert sich noch an die Erhöhung der Mehrwertsteuer, dann die Konsolidierung unzähliger Betriebe, was den Abbau genauso unzähliger Arbeitsplätze zur Folge hatte und zum Beispiel auch geringere Lohn- bzw. Tarif-Erhöhungen. Zum einen Teil setzen die Reformen der Politiker also an, zum Anderen fahren viele Betriebe eine offensichtlich härtere Linie.

Natürlich ist es das gute Recht der Wirtschaft sich zu konsolidieren und der Politik mit Reformen auf wirtschaftliche Probleme zu reagieren. Doch steigen die Gehälter der Manager und Diäten der Politiker stetig, die Löhne der Arbeiter und Angestellten sinken aber. Erstes Ziel einer der wirtschaftlichen Rehabilitation sollte sein, dass auf allen Ebenen mit dem gleichen Schraubstock angesetzt werden sollte. Dieses Ziel erfüllt der aktuelle Aufschwung also nicht.

Die Minderung der Arbeitslosenförderung traf eine, ohnehin schon finanziell minderbemittelte, Gesellschaftsschicht. Doch der Status Quo in unserem so genannten Sozialstaat war nicht mehr halt- und finanzierbar und die drastischen Veränderungen der Lebenssituation weckten so Manchen aus seiner sozial- romantischen Lethargie, traf aber auch einige, bereits an der finanziellen Untergrenze lebenden Familien.

Die Mehrwertsteuererhöhung hingegen traf jeden und kerbte auch die erste Schramme in die bisherige Erfolgstory des wirtschaftlichen Aufschwung. Sie löste einen Konsumschwund zu Anfang des Jahres aus und wird erst nach und nach akzeptiert bzw. verdrängt. Lediglich in der Autoindustrie ist es bei diesem Konsum-'Stau' geblieben, sicherlich verbunden mit einer ökologisch-verant- wortlicheren Welle in der Öffentlichkeit momentan.

Die Reformen der Politiker greifen also auf Kosten der Allgemeinheit, was unvermeidbar, aber auch besser zu vermitteln gewesen wäre.

Auch die Wirtschaft hat mit ihren (unverhältnismäßig) geringen Lohnstei gerun- gen 'dem kleinen Mann' nicht gerade geholfen, sondern eher dass Gegenteil bewirkt.

Doch auf diese Weise hat man den Industrie-Standort Deutschland auch wieder attraktiver auf dem kontinentalen und globalen Markt bzw. im Kampf um potentielle Großbeschäftiger gemacht.

Man sieht also, dass beide Akteure zuerst am unteren Ende der kapitalistischen Nahrungskette angesetzt haben, was wohl in neo-konservativen Zeiten eine Üblichkeit jedoch alles andere als löblich ist. Doch Beide stellen dem Druch- schnittsbürger auch rosigere Zeiten in Aussicht. Solche Aussichten müssen nur langsam konkretisiert werden, anstatt noch weitere Spar-Maßnahmen zu verabschieden.

Der Aufschwung muss irgendwann auch beim 'kleinen Mann' ankommen.



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